
Anreise
Matala ist sowohl mit dem Mietwagen als auch mit dem öffentlichen Bus gut zu erreichen. Die Straßen, die über die Insel führen, sind hervorragend ausgebaut. Wer sein Urlaub in Heraklion beginnt oder nach dem Flug nicht sofort selbst fahren möchte, kann bequem mit dem Bus anreisen und bei Bedarf einen Mietwagen vor Ort übernehmen.
Anreise mit dem Bus
| Anreise aus | Dauer | Preis |
|---|---|---|
| Heraklion | 1 Std. 45 Min. | 8,50 € |
| Chania | *3 Std. 55 Min. | 24,50 € |
| *mit dem Schnellbus Chania-Heraklion und Umstieg in Heraklion | (Stand: 2025) |
Die Zeiten und Preise beziehen sich auf den zentralen Busbahnhof. Wenn ihr am Flughafen startet, müsst ihr einen Umstieg mit einplanen. In Chania kommt eine Fahrzeit von 25 Minuten und ein Ticket für 2,50 € hinzu, in Heraklion 10 Minuten und 2 €.
Anreise mit dem Mietwagen
| Anreise aus | Dauer | Entfernung |
|---|---|---|
| Heraklion | 1 Std. 10 Min. | 70 km |
| Chania | 2 Std. 35 Min. | 140 km |
Matala – das Hippiedorf

In den 1960er Jahren erlangte Matala Berühmtheit, als Hippies in den Höhlen des Ortes Zuflucht suchten und einen alternativen Lebensstil pflegten. Diese Geschichte hat bis heute ihren Einfluss auf die Atmosphäre des Ortes.

Höhlen
Die Höhlen wurden bereits in der Jungsteinzeit in den Sandstein geschlagen. Während der minoischen Zeit dienten sie als Grabstätten und während der römischen Besatzung waren sie christlichen Bestattungen vorbehalten. In den 1960er Jahren wurden die Höhlen von Hippies bewohnt, die dort ihre Tage mit Meditation, Musik und Drogen verbrachten. Der Ruf des Hippiedorfes verbreitete sich in ganz Europa. Mit dem Aufkommen des Tourismus in Matala wurde dieser Lebensstil jedoch nicht mehr toleriert, die Höhlen wurden unter Denkmalschutz gestellt und das Übernachten darin wurde verboten. Heute sind die Höhlen weiterhin zugänglich und können gegen einen Eintrittspreis besichtigt werden.

Strände
Der Hauptstrand von Matala ist eine Sand- und Kiesbucht, die alles bietet was man sich wünschen kann: Sonnenliegen, Schirme, Tavernen und Einkaufsmöglichkeiten. In der Nähe der Höhlen spenden einige Bäume natürlichen Schatten. Für mutige gibt es auf der rechten Seite einen hohen Vorsprung in der Felswand, von dem man ins Meer springen kann.
Der Kokkinos Ammos (red beach) liegt südlich des Hauptstrandes und ist über einen kurzen Wanderweg in ca. 20 Minuten erreichbar. Der Strand verdankt seinen Namen seinem rotbraunen Sand. Das Wasser ist glasklar und der Strand ist überschaubar kurz. Es gibt eine kleine Bar im Hippie-Stil. Ein Abstecher über das Felsplateau ist ebenfalls lohnenswert, doch dazu mehr in der Beschreibung der Wanderung.

Wanderung
Die Wanderung „Von Matala über bizarre Fjorde zum red beach“ ist eine schöne Tour mit Panoramablick.
Die Tour hat eine Gesamtlänge von 8,7 km und umfasst einen Anstieg von 360 Höhenmetern. Im Wanderführer wird sie als mittelschwer eingestuft. Der Weg führt über die Felsen von Matala, weshalb die Wege sehr uneben sind. Je nach Abschnitt ist an einigen Stellen Trittsicherheit erforderlich.

Der Weg führt uns über den Campingplatz zu den Felswänden. Hier steigen wir über einen staubigen und steinigen Pfad hinauf, wobei rote Punkte uns den Weg zeigen. Oben angekommen, haben wir Matala heute zum ersten Mal aus der Vogelperspektive vor uns. Zudem haben wir einen schönen Blick auf die Berge und die Zufahrtsstraße die sich von Pitsidia nach Matala schlängelt.
Wir überqueren das Felsplateau auf kleinen Pfaden, die uns über Stock und Stein führen. Von hier aus blicken wir über den Komos Strand weiter nach Kalamaki und sogar bis Agia Galini. Dies ist ein perfekter Ort für eine kurze Pause und um Fotos zu machen. Wer möchte, kann einen Abstecher zur Taverne Mystical View machen.

Nach dem Abstecher geht es weiter auf der Hochebene. Der Weg schlängelt sich entlang der Küstenlinie und bietet immer wieder beeindruckende Ausblicke auf das Meer und die umliegende Landschaft. Unser nächstes Ziel ist ein Fjord. Bereits der Weg hinunter erscheint abenteuerlich, ist aber gut machbar.

Von dem Fjord aus geht es wieder hoch auf die Klippen. Zunächst erscheint der Aufstieg alles andere als einfach, da uns dieser über eine Felswand führt. Oben ist ein Steinhaufen als Anhaltspunkt zu sehen, einen sichtbaren Weg gibt es hier nicht. Der Steinhaufen macht den Aufstieg tatsächlich wesentlich einfacher und die anfängliche Skepsis wird über Bord geworfen.
Oben angekommen folgen wir dem ausgetretenen Pfad über die Felsen und überqueren das Felsplateau. Nun haben wir erneut einen Panoramablick auf Matala und befinden uns direkt über den berühmten Höhlen. Wir folgen weiter dem Pfad und kommen bald an unserem Einstiegspunkt an, hier steigen wir das Felsplateau hinab und gehen wieder Richtung Matala.
Wer mag, beginnt jetzt direkt mit dem Weg zum red beach, die Touren können aber auch getrennt voneinander gemacht werden.
Der Weg führt uns durch den Ort, wie folgen der Beschilderung zum red beach. Wir werden über einen steinigen Pfad den Hang hinauf geführt. An einer Steinpyramide verlassen wir den Hauptweg Richtung Strand und folgen einem schmalen, weiß sandigen Fahrt. Der Verlauf führt uns dann ein Stück bergab zu einem ausgewaschenem Sandsteinfelsen an der Küste. Wir stehen an einem fjordartigen Einschnitt und können zuschauen wie das Meer an den Felswänden brandet.

Nach dem Fjord geht der Weg weiter in Richtung red beach. Leider ist nicht der komplette Weg bis zum Strand passierbar (Stand: 2022), daher sind wir in einer Runde wieder auf den direkten Weg zwischen Matala und red beach gewechselt. Dem Reitz der Tour hat dies nicht geschadet.

Weitere Ziele
Pitsidia

Wer dem Trubel in Matala entkommen möchte, ist in Pitsidia genau richtig. Bei der Ankunft könnte man meinen, die Zeit sei stehen geblieben. Hier gibt es keinen Platz für Eile und Stress.
Das Dorf gehört zu den ältesten Dörfern Kretas und ist sehr überschaubar. Kleine Straßen und Gassen schlängeln sich durch Pitsidia bis zum Dorfplatz. Die Straßen sind so schmal, dass gerade mal ein Auto durch passt.

Entlang der Straßen rund um den Dorfplatz und natürlich am Platz selbst gibt es viele Tavernen, am Dorfplatz wird abends oft live Musik gespielt. Zusätzlich findet man empfehlenswerte Tavernen direkt an der Hauptstraße, die Pitsidia mit Matala verbindet.

Kommos Strand und Ausgrabungsstätte
Am Ende der Zufahrtsstraße vom Pitsidia befindet sich über dem Strand die antike Siedlung Komos, die einst in minoischer Zeit als Hafen von Festos diente. Die Ausgrabungen wurden nie abgeschlossen, weshalb der Bereich für Besucher nicht zugänglich ist. Vom Strand und von der Straße aus kann man jedoch über den Zaun einen Blick darauf werfen.

Direkt unterhalb der Ausgrabungsstätte befindet sich der langgezogene Sandstrand von Komos, der bis nach Kalamaki reicht. Hier gibt es einen Kiosk, der Sonnenliegen, Sonnenschirme, Toiletten und Duschen anbietet. Der gesamte Bereich ist ein archäologisch geschütztes Gebiet und darf daher nicht bebaut werden. Aufgrund der dortigen Westwinde befinden sich auf dem Meeresgrund Schieferplatten, die beim vorsichtigen Betreten des Wassers jedoch kein Problem darstellen.

Agios Panteleimon Kapelle
Direkt oberhalb des Komos Strandes befindet sich diese kleine und schlicht gehaltene Kapelle.


Nicht nur die Kapelle ist ein Besuch wert, sondern auch die wunderbare Aussicht.

Festos

Der Palast von Festos war der zweitgrößte minoische Palast nach Knossos. Im Gegensatz zu Knossos wurde die Ausgrabung von Festos nicht rekonstruiert. Die Städte befindet sich auf einem Hügel in der Messara Ebene und bietet einen beeindruckenden Blick auf die Umgebung. Der Palast wurde bereits 1900 v. Chr. erbaut, wurde jedoch 1700 v. Chr. durch ein Erdbeben zerstört. Es gab mehrere Versuche, den Palast wieder aufzubauen, der letzte 1600 v. Chr., doch wurde er 1400 v. Chr. erneut zerstört, noch bevor die Arbeiten abgeschlossen waren.

Wenn man die Ausgrabungsstätte nicht besichtigen möchte und auf Durchreise ist, lohnt sich dennoch ein kurzer Halt, um die Aussicht auf die Umgebung zu genießen. Interessierte können zudem einen kurzen Blick über den Zaun zur Ausgrabungsstätte werfen, um sich einen groben Überblick zu verschaffen. Für alle, die ohne Mietwagen auf Kreta unterwegs sind, Festos ist auch mit dem öffentlichen Bus erreichbar, sowohl von Heraklion (relativ lange Anfahrtszeit) als auch von Matala und Agia Galini.
Gortys

Gortys war einst die römische Hauptstadt Kretas und verfügte über drei Häfen sowie ein gut ausgebautes Handelsnetz.
Unmittelbar am Eingang der Ausgrabungsstätte steht die Basilika Ágios Tìtos. Die Ruine ist eine Kreuzkuppelkirche aus dem 6. Jahrhundert n. Chr.. Sie wurde an der Stelle einer noch älteren Kirche, des heiligen Tìtos, gebaut. Tìtos, der erste Bischof von Kreta, flüchtete 824 an die Nordküste, als sie Sarazenen die Insel erreichten.

Hinter der Basilika befindet sich das römische Odeon aus dem ersten Jahrhundert, ein halbrund gebautes Theater, das als das größte Kretas galt. Zu seiner Zeit wurden dort Aufführung für die Stadtbewohner vorgeführt. Im Inneren des Odeìon kann man die in Stein gehauenen Gesetzestexte sehen, die ältesten Europas.

Hinter dem Odeon steht eine Platane, die mit einem Mythos verbunden ist. Im Gegensatz zu anderen Laubbäumen bleibt sie das ganze Jahr über grün und verliert nicht ihre Blätter. Laute Mythologie sollen sich unter dieser Platane Zeus und Europa aufgehalten haben.
Kalamaki

Bis in die 1990er Jahre fand man hier lediglich vereinzelte Häuschen, die meist mit Sand von den Westwinden zugeweht waren. Für Individualtouristen ist dieser kleine Ort ideal gewesen. Inzwischen hat sich jedoch einiges verändert. Obwohl es immer noch viele Individualtouristen gibt, sind mittlerweile auch Gebäude mit zwei oder drei Etagen, eine angelegte Strandpromenade und einige Ferienvillen hinzugekommen. Dank dieser Neubauten werden die Häuser nicht mehr von Sand eingeweht. Dennoch vermittelt Kalamaki den Eindruck, als sei die Zeit stehen geblieben. Hier kann man ruhige und entspannte Strandtage verbringen.

Weitere Ausflugsmöglichkeiten
Agia Galini
– am Hang gelegen, mit schmalen Gassen und weißen Häusern –
Mires
– Wochenmarkt am Samstag –
Zaros See
– gelegen am Fuße des Psiloritis Gebirge –
Paximadia Inseln
– Tagesausflug von Agia Galini –
Den Beitrag findest du hier.
Tavernen und Unterkünfte
Pitsidia, Villa Pachakis
Ein liebevoll eingerichtetes Natursteinhaus mitten im Dorf von Pitsidia. Die Gastfreundschaft des Eigentümers ist außergewöhnlich (Stand: 2022).

Pitsidia, Elli’s Grillhouse
Hervorragender Service und sehr gastfreundlich. Immer mit traditionellen Tagesangeboten (Stand: 2022).
Kalamaki, Taverne Aristides
Bei Verzehr in der Taverne stehe die Strandliegen kostenlos zur Verfügung. Hier gibt es gute Laune und köstliches Essen an einem Ort. Der Frappè am Morgen auf der Strandliege, den köstlichen Teller mit dreierlei Dip am Mittag in der Taverne, einfach himmlisch (Stand: 2022).






